Ich will schnell laufen. Und ich will gut aussehen.
Ich sage es direkt: Ich will beides.
Ich will irgendwann einen Halbmarathon in unter 1:30 laufen. Und ich will genug Muskeln aufbauen, damit ich auf die Bühne könnte.
Das sind keine Ziele für nächste Woche. Aber es sind Ziele, die ich wirklich will.
Und genau da ist mein Problem.
Warum ich beides will
Laufen gefällt mir, weil es ehrlich ist. Du musst niemandem erzählen, dass du schnell bist. Die Uhr sagt es dir. Die Zeit sagt es dir. Die Strecke sagt es dir.
Ein Halbmarathon in 1:30 ist nicht irgendein Gefühl. Es ist eine Zahl. Ein Beweis.
Genau das mag ich.
Ich will mich damit nicht mit anderen vergleichen. Ich will es mir selbst beweisen.
Bodybuilding oder Muskelaufbau ist wieder etwas anderes.
Da geht es für mich um einen ästhetischen Körper. Ich will nicht unbedingt so dünn sein wie ein Läufer oder ein Radfahrer. Ich weiß, dass zu viele Muskeln beim Laufen eher stören können. Aber ganz ehrlich: Es ist mir egal. Ich will nicht nur Leistung. Ich will auch gut aussehen.
Genau da beißen sich meine Ziele
Im Kopf klingt beides super. In echt kommt es sich oft in die Quere.
Gerade jetzt merke ich das beim Laufen.
Meine Ziele im Laufen erreiche ich im Moment nicht. Beim Wiener Halbmarathon wird es, wenn alles gut geht, vielleicht gerade so unter 2 Stunden. Und das ist für mich enttäuschend. Ich trainiere ziemlich viel und trotzdem reicht es nicht.
Und genau da kommt die unangenehme Wahrheit:
Vielleicht kann man nicht alles gleichzeitig auf Maximum haben.
Im Moment leidet vor allem mein Laufen
Wenn ich ehrlich bin, dann leidet gerade beides darunter. Aber mehr das Laufen.
Muskeln kann man länger mitschleppen. Ein bisschen stärker werden, ein bisschen Form halten, ein bisschen Volumen aufbauen – das geht oft irgendwie mit.
Beim Laufen ist es härter.
Wenn die Läufe fehlen, dann fehlen sie.
Wenn die langsamen Einheiten ausfallen, wenn die Ausdauer nicht sauber aufgebaut wird, wenn das Laufen nicht Priorität bekommt, dann steht am Ende nichts. Dann steht dort genau das, was du vorbereitet hast.
Und das merke ich gerade.
Was für mich schlimmer wäre
Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre für mich eines klar:
Schlimmer wäre es, ein guter Läufer ohne Muskeln zu sein.
Ich weiß, das ist für manche vielleicht unlogisch. Aber ich will nicht nur funktionieren. Ich will auch einen Körper haben, den ich selbst gut finde.
Ich will nicht wie ein Spargel-Tarzan herumlaufen. So einfach ist das.
Ein langsamer Schwarzenegger will ich aber auch nicht sein.
Und genau deshalb ist das Thema für mich nicht so leicht, wie viele vielleicht glauben.
Ich glaube trotzdem, dass beides möglich ist
Ich glaube nicht, dass ich mich für immer für nur eine Sache entscheiden muss.
Ich glaube, dass beides möglich ist.
Aber wahrscheinlich nicht gleichzeitig auf Maximum.
Und genau das ist die Wahrheit, die ich gerade lerne. Ich brauche ein gutes System.
Ein System, bei dem klar ist:
- wann Laufen Vorrang hat
- wann Muskelaufbau Vorrang hat
- wann ich etwas halten will
- und wann ich etwas wirklich pushen will
Ohne so ein System wird es schnell nur ein Wunschzettel.
Meine eigenen Fehler dabei
Ich mache die Fehler ja selbst.
Erstens: Ich lasse regelmäßig langsame Läufe ausfallen.
Das ist beim Halbmarathon nicht nur ein kleines Detail. Das ist ein Problem.
Zweitens: Ich will zu viel auf einmal.
Laufen. Muskeln. TikTok. Blog. Arbeit. Familie. Programmieren lernen. Englisch lernen.
Klingt gut.
Ist aber irgendwann einfach zu viel.
Und dann passiert genau das, was immer passiert, wenn man zu viele Baustellen gleichzeitig offen hat:
Irgendwo bricht man wieder ab. Weil Zeit und Energie nicht unendlich sind.
Was ich durch Wien gerade lerne
Der Wiener Halbmarathon zeigt mir gerade ziemlich klar, wo das Problem liegt.
Vor wichtige Läufe muss Laufen Priorität haben. Zumindest die letzten zwei Monate.
Wenn ich ein Laufziel ernst meine, dann muss das Training auch so aussehen.
Mehr laufen. Weniger Muskelaufbau.
Nicht für immer. Aber in dieser Phase schon.
Das ist für mich gerade wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis.
Was ich einem Mann 40+ dazu sagen würde
Wenn dir das nicht so wichtig ist wie mir, dann such dir eines aus.
Mach entweder Laufen richtig oder Muskelaufbau richtig.
Beides gleichzeitig halbherzig zu machen, bringt oft nur mittelmäßige Ergebnisse in zwei Richtungen.
Wenn du aber so tickst wie ich und beides wirklich willst, dann brauchst du Struktur.
Dann brauchst du Phasen.
Dann brauchst du klare Prioritäten.
Und dann musst du akzeptieren, dass nicht immer alles gleichzeitig nach vorne gehen wird.
Mein Fazit
Ich will beides.
Einen Halbmarathon unter 1:30 laufen. Und genug Muskeln aufbauen, damit ich gut aussehe und irgendwann vielleicht sogar auf die Bühne könnte.
Genau das ist mein Problem.
Nicht weil eines davon falsch ist.
Sondern weil beides zusammen Zeit, Energie, Regeneration und klare Prioritäten braucht.
Ich glaube immer noch, dass beides möglich ist.
Nicht mit Wunschdenken. Nicht mit fünf Baustellen gleichzeitig.
Sondern nur mit einem System.
Und vielleicht ist das die Wahrheit, die ich gerade lernen muss:
Wer alles gleichzeitig auf Maximum will, bekommt am Ende oft von allem nur ein bisschen.
Beweise statt Gerede.
FAQ
Kann man gleichzeitig schneller laufen und Muskeln aufbauen?
Ja, grundsätzlich schon. Aber meistens nicht gleichzeitig auf Maximum. Man braucht dafür ein gutes System und klare Prioritäten.
Warum ist das so schwer?
Weil beide Ziele Zeit, Energie, Regeneration und Fokus brauchen. Wenn man alles gleichzeitig voll pushen will, leidet oft eines davon oder sogar beides.
Was leidet bei dir gerade mehr?
Im Moment leidet bei mir mehr das Laufen. Vor allem, weil ich langsame Läufe zu oft auslasse und Laufen nicht immer Priorität Nummer 1 bekommt.
Muss man sich also entscheiden?
Nicht unbedingt für immer. Aber phasenweise oft schon. Vor wichtigen Läufen sollte das Laufen klar Vorrang haben.
Was ist deine wichtigste Erkenntnis daraus?
Dass beides möglich sein kann, aber nicht mit Chaos. Ohne Struktur, klare Phasen und echte Prioritäten wird es schnell nur Wunschdenken.
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