Noch 4 Wochen. Und ich mag gerade einfach nicht mehr.
In vier Wochen ist der Vienna City Halbmarathon.Und ich sage es ehrlich: Meine Motivation ist am Ende. Nicht ein bisschen. Sondern spürbar. Ich mag gerade einfach nicht mehr trainieren.
Das Problem ist nicht, dass ich Sport nicht liebe. Im Gegenteil. Laufen und Training sind ein riesiger Teil von meinem Leben. Aber genau deshalb trifft mich das gerade auch so. Ich motiviere andere, poste meine Sachen, ziehe mein Ding durch – und gleichzeitig schaut es so aus, als würde ich selbst nicht einmal unter zwei Stunden laufen.
Das zieht runter.
Mein Ziel war 1:45. Davon bin ich im Moment weit weg.
Wenn ich ehrlich bin, ist genau der Kern vom Problem. Mein Ziel für den Vienna City Halbmarathon wäre diesmal 1:45 gewesen. Davon bin ich im Moment weit weg.
Und wenn man innerlich schon spürt, dass das Ziel wahrscheinlich nicht mehr realistisch ist, dann wird das Training auf einmal schwerer.
Dann fängt dieses Denken an:
Wozu noch?
Warum mich quälen, wenn es sowieso nicht reicht?
Warum jetzt noch eine lange Runde, wenn ich eh nicht dort bin, wo ich sein wollte?
Heute hätte ich die lange Runde laufen sollen.
Ich bin gar nicht gelaufen.
Ich trainiere viel. Aber anscheinend nicht richtig für dieses Ziel.
Das Frustrierende ist: Ich bin ja nicht untätig.
Ich trainiere seit Jahren. Ich gehe drei- bis viermal pro Woche laufen und drei- bis viermal in den Fitnessklub. Natürlich nicht jede Woche perfekt. Ich bin auch nur ein Mensch. Aber komplett untrainiert bin ich sicher nicht.
Trotzdem reicht es anscheinend nicht für das, was ich mir im Kopf vorgenommen habe.
Irgendwann muss man sich eingestehen: Vielleicht trainiere ich zwar viel – aber nicht richtig für genau dieses Ziel.
Wenn ich in Zukunft im Halbmarathon oder Marathon wirklich schneller werden will, dann muss ich mein Training ändern.
Mehr laufen. Weniger Muskelaufbau.
Das gefällt mir nicht ganz, aber wahrscheinlich ist es so.
Das Problem ist nicht nur der Körper. Das Problem ist Priorität.
Mein Alltag ist voll.
Arbeit. Gym. Laufen. TikTok. Blog. Familie. Alles braucht Zeit.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist Laufen aktuell nicht einmal Priorität Nummer 1.
Das ist vielleicht der härteste Satz in diesem ganzen Artikel. Aber genau deshalb gehört er hinein.
Laufen ist wichtig für mich. Sehr wichtig sogar. Aber im Alltag rutscht es trotzdem oft nach hinten. Das Gym bekommt seinen Platz. TikTok bekommt seinen Platz. Der Blog bekommt seinen Platz. Und das Lauftraining, das für einen Halbmarathon eigentlich entscheidend wäre, wird genau dann manchmal übersprungen.
Weil ich keine Zeit mehr habe.
Ich habe Angst, nicht gut genug vorbereitet zu sein.
Ja.
Habe ich.
Nicht ein bisschen. Sondern deutlich.
Ich habe Angst, dass ich nicht gut genug vorbereitet bin.
Ich habe Angst, dass ich ein Ziel öffentlich mittrage, das ich am Ende klar verfehle.
Und ich habe Angst vor diesem inneren Gefühl danach: Du hast andere motiviert, aber selbst nicht geliefert.
Das ist wahrscheinlich übertrieben hart gegen mich selbst. Aber so fühlt es sich nun einmal an.
Gerade wenn man etwas öffentlich dokumentiert, ist das nicht nur ein Lauf. Es ist auch ein Spiegel.
Und manchmal zeigt dieser Spiegel genau das, was man gerade nicht sehen will.
Das Minimum reicht für einen Halbmarathon eben nicht
Ich habe oft meine Minimum-Regel.
Minimum zählt. Nie Null.
Das ist für viele Situationen richtig und wichtig. Es hält die Kette zusammen. Es verhindert, dass aus einem schlechten Tag gleich eine ganze schlechte Woche wird.
Aber ich merke auch: Für einen Halbmarathon reicht es nicht, nur das Minimum zu machen.
Genau da liegt gerade mein Problem.
Wenn ich nur irgendwie dranbleibe, reicht das vielleicht, um halbwegs in Form zu bleiben. Aber nicht, um 1:45 zu laufen. Nicht, um wirklich gut vorbereitet an der Startlinie zu stehen.
Das ist unangenehm, aber ich glaube, genau solche Wahrheiten muss man sich einmal sauber sagen.
Ich kann nicht einfach aussteigen
Trotzdem werde ich nicht aufhören.
Laufen ist mein Leben. Sport ist mein Leben. Ich bin schon zu tief drinnen.
Ich kann nicht einfach sagen: Gut, dann eben nicht.
So funktioniert das bei mir nicht.
Auch wenn die Motivation gerade bröckelt, bleibt etwas anderes übrig: Identität.
Ich bin Läufer. Ich bin jemand, der trainiert. Ich bin jemand, der weitermacht.
Und genau deshalb ist dieser Artikel auch kein Abschied vom Laufen. Eher das Gegenteil.
Es ist ein Moment, wo ich merke: So wie bisher reicht es für dieses Ziel nicht. Also muss ich lernen. Ehrlicher werden. Und in Zukunft besser planen.
Mein eigentliches Ziel ist größer als dieser eine Lauf
1:45 wäre schön gewesen.
Mein großes Ziel ist aber sowieso ein anderes: irgendwann 1:30 im Halbmarathon.
Wann ich das schaffe?
Keine Ahnung.
Sicher nicht einfach so nebenbei.
Sicher nicht nur mit ein bisschen Laufen und viel Hoffen.
Und wahrscheinlich auch nicht, wenn ich gleichzeitig versuche, überall stark zu sein.
Vielleicht ist genau das die Lehre aus den nächsten vier Wochen: Dass man ein Ziel nicht nur wollen darf, sondern ihm auch wirklich Raum geben muss.
Was ich aus dieser Phase mitnehme
Gerade lerne ich etwas, das ich eigentlich längst wissen müsste:
Motivation ist nicht das Problem.
Das Problem ist, dass ich innerlich schon spüre, dass mein Einsatz nicht ganz zu meinem Ziel passt.
Und sobald dieser Widerspruch da ist, wird Motivation schwach.
Vielleicht ist das sogar logisch.
Wenn du 1:45 laufen willst, aber deine Laufeinheiten immer wieder auslässt, dann hilft dir irgendwann auch kein schöner Spruch mehr.
Was ich jetzt trotzdem machen werde
Ich werde die nächsten vier Wochen trotzdem weitertrainieren.
Weil Aufgeben es sicher nicht besser macht.
Ich werde laufen, so gut es jetzt noch geht. Ich werde am Start stehen. Und ich werde schauen, was möglich ist.
Vielleicht wird es keine 1:45.
Wahrscheinlich nicht.
Aber nur weil das große Ziel gerade wackelt, heißt das nicht, dass alles wertlos ist.
Vielleicht ist genau dieser Lauf einfach nicht der Beweis dafür, wie gut ich bin.
Sondern der Beweis dafür, wie ehrlich ich inzwischen auf mich schauen kann.
Mein Fazit
Noch vier Wochen bis zum Vienna City Halbmarathon.
Und ja, meine Motivation ist gerade angeschlagen.
Ich mag nicht mehr richtig trainieren. Ich habe Einheiten ausgelassen. Ich habe Angst, nicht gut genug vorbereitet zu sein. Und ich merke, dass ich mein Training in Zukunft ändern muss, wenn ich wirklich schneller werden will.
FAQ
Läufst du beim Vienna City Marathon den ganzen Marathon?
Nein. Ich laufe den Halbmarathon.
Was war dein Ziel für den Vienna City Halbmarathon?
Mein Ziel wäre diesmal 1:45 gewesen. Im Moment bin ich davon aber weit weg.
Warum sinkt deine Motivation gerade?
Weil ich merke, dass mein aktuelles Training wahrscheinlich nicht ausreicht, um dieses Ziel zu erreichen. Das drückt auf den Kopf und macht das Training schwerer.
Trainierst du aktuell gar nicht mehr?
Doch. Ich trainiere weiterhin viel, mit Laufen und Fitnessklub. Aber ich überspringe im Moment immer wieder wichtige Laufeinheiten.
Was willst du nach diesem Halbmarathon ändern?
Mehr laufen, weniger Muskelaufbau und mein Training klarer auf mein Laufziel ausrichten.
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