Ich wusste, dass ich zu schnell bin. Und ich bin trotzdem weitergelaufen.
Der Plan war klar – und ich habe ihn ignoriert
Garmin hat mir ein Ziel gegeben: 5:40 min/km.
Ich bin Kilometer 1 mit 5:27 gelaufen. Kilometer 2 mit 5:25. Kilometer 3 mit 5:29.
Ich wusste es. Ich habe auf die Uhr geschaut. Ich habe die Zahl gesehen.
Und ich habe trotzdem weitergemacht.
Warum? Weil es sich so gut angefühlt hat. Die Strecke war leicht bergab. Die Beine liefen wie von selbst. Ich dachte ernsthaft: Vielleicht schaffe ich es heute doch unter 2 Stunden.
Das war der Moment, in dem ich das Rennen verloren habe. Nicht bei Kilometer 7. Nicht bei Kilometer 14. Sondern in den ersten drei Kilometern.
Was die Garmin-Daten zum Vienna City Halbmarathon 2026 wirklich zeigen
Der Ausführungswert am Ende: 17% – Niedrig.
Das bedeutet: Ich habe das vorgegebene Trainingsziel nur zu 17 Prozent eingehalten. Nicht weil ich zu langsam war. Weil ich zu schnell war.
Hier sind meine Splits – und sie erzählen eine ziemlich klare Geschichte:
| km | Pace | Ø Puls |
|---|---|---|
| 1 | 5:27 | 159 |
| 2 | 5:25 | 160 |
| 3 | 5:29 | 165 |
| 4 | 5:35 | 167 |
| 5 | 5:40 | 168 |
| 6 | 5:41 | 170 |
| 7 | 5:52 | 171 |
| 8 | 6:17 | 169 |
| 9 | 6:18 | 167 |
| 10 | 6:02 | 168 |
| 11 | 6:22 | 166 |
| 12 | 6:25 | 167 |
| 13 | 6:11 | 160 |
| 14 | 6:37 | 161 |
| 15 | 6:38 | 165 |
| 16 | 7:09 | 152 |
| 17 | 6:53 | 155 |
| 18 | 7:19 | 152 |
| 19 | 6:05 | 157 |
| 20 | 6:42 | 152 |
| 21 | 5:43 | 163 |
Jeder Kilometer ab km 7 langsamer. Km 16-18 mit Pace über 7 Minuten. Der Puls fällt auf 152 – nicht weil ich erholt war, sondern weil ich gegangen bin.
Garmin hat es präzise zusammengefasst: Training Effect 5.0 – Überbelastung. Stamina am Ende: 8%.
Ich war komplett leer.
Km 16 bis 18 – der dunkelste Punkt
Bei Kilometer 16 war es vorbei.
Nicht vorbei im Sinne von: Ich höre auf. Sondern vorbei im Sinne von: Jetzt ist es eh egal.
Ich konnte nicht mehr laufen. Ich bin gegangen. Und in diesem Moment habe ich gedacht: Ich komme nie mehr an.
Insgesamt habe ich 16 Minuten und 19 Sekunden beim Vienna City Halbmarathon 2026 gegangen. Das steht so in den Garmin-Daten. Schwarz auf weiß.
Es war der schwerste Lauf meiner Laufkarriere.
Was vor dem Rennen passiert ist – und was ich übersehen habe
Garmin hat mir schon am Start ein Signal gegeben: Leistungszustand -6.
Das ist kein gutes Vorzeichen. Und im Nachhinein ergibt es Sinn.
Am Samstag davor – also den Tag vor dem Rennen – haben wir in Wien die Startnummern abgeholt. Danach waren wir den halben Tag in der Stadt unterwegs. Ab 13 Uhr hatte ich Kopfschmerzen, die bis zum Abend nicht weggegangen sind.
Und die Nacht davor? Ungefähr 5 Stunden Schlaf.
Kein Marathonläufer der Welt würde das als gute Vorbereitung bezeichnen. Ich schon – weil ich mir eingeredet habe, dass es schon passt.
Km 21 – nochmal alles geben
Und dann war da noch dieser letzte Kilometer.
Nach allem. Nach den Gehpausen. Nach dem Tiefpunkt bei km 18. Nach dem Gedanken, dass ich nie mehr ankomme.
Km 21: 5:43 min/km.
Warum? Weil links und rechts tausende Menschen standen und geschrien haben. Weil die Stimmung so war, dass man einfach nicht anders konnte. Weil ich Gänsehaut bekommen habe.
Ich weiß, die haben wahrscheinlich die Eliteläufer des ganzen Marathons gefeiert. Aber in diesem Moment habe ich es mir einfach genommen.
Die drei echten Fehler – zusammengefasst
Die Daten lügen nicht. Meine drei Fehler beim Vienna City Halbmarathon 2026 waren:
Fehler 1: Zu wenig Schlaf und schlechte Vorbereitung am Vortag.
5 Stunden Schlaf, Kopfschmerzen, den halben Tag in der Stadt – das hat Garmin mit Leistungszustand -6 quittiert. Der Körper war nicht bereit.
Fehler 2: Zu schneller Start trotz Wissen.
Ich habe die Zahl gesehen. Ich habe sie ignoriert. Die ersten 3 km zu schnell kosten dich die letzten 10.
Fehler 3: Kein Respekt vor der Distanz.
Ich war im Training schon ewig keine 21 km mehr gelaufen. Wer das nicht trainiert, bezahlt es im Rennen.
Was das für Graz bedeutet
Der Graz Halbmarathon 2026 kommt. Mein Ziel: 1:44:59.
Das sind fast 27 Minuten schneller als Wien.
Klingt verrückt? Vielleicht. Aber Wien hat mir gezeigt, was ich ändern muss. Nicht ein bisschen. Grundlegend.
Die Nacht vor dem Rennen schläft man. Der Tag davor ist kein Ausflugstag. Und der Startpace ist das, was Garmin sagt – nicht das, was sich gut anfühlt.
Die Analyse ist gemacht. Jetzt kommt die Arbeit.
FAQ
Was war dein größter Fehler beim Vienna City Halbmarathon 2026?
Zu schneller Start in den ersten Kilometern – obwohl ich wusste, dass ich über dem Zielplan lag.
Was sagen die Garmin-Daten zum Rennen?
Leistungszustand -6, Ausführungswert 17%, Training Effect 5.0 Überbelastung, Stamina am Ende 8% – alles zeigt eine massive Überbelastung.
Wie lange bist du beim Halbmarathon gegangen?
Laut Garmin insgesamt 16 Minuten und 19 Sekunden.
Was machst du bei Graz anders?
Mehr Schlaf vor dem Rennen, disziplinierter Startpace, und endlich wieder lange Trainingsläufe über 18+ km.
Zu schnell starten rächt sich am Ende.
Viele schlafen vor dem Rennen schlecht, aber das macht nichts – die Tage davor zählen.
Garmin hat nicht immer recht – hört auf eigenen Körper!
Genieß die Vorbereitung -viel Erfolg in Graz!
Danke! Ich habe es gespürt und zugleich habe ich auch gehofft – klassischer Fehler. In Graz höre ich auf den Körper zuerst, Garmin danach. Versprochen. 💪