Disziplin

Warum ich weiß, was zu tun wäre – und es trotzdem oft nicht mache

30. Dezember 2025
Von Sorin-Mihai Sas
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Ich weiß ziemlich genau, was ich tun müsste. Arbeit, Familie, Alltag – eigentlich ist alles klar.

Ich weiß, dass Training mir guttut. Ich weiß, dass Regelmäßigkeit wichtiger wäre als diese komische Phasen, die ich immer wieder habe, in denen ich mal voll dabei bin und dann wieder gar nicht. 
Wie gerade jetzt. Ich habe seit Weihnachten nicht mehr trainiert weil es „Weihnachten“ ist. Ich weiß auch, dass man Dinge nicht ewig aufschieben kann, ohne irgendwann dafür zu bezahlen.

Das Wissen fehlt mir nicht. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass Disziplin für mich nichts mit Motivation zu tun hat.

Und trotzdem mache ich es oft nicht. Oder nicht lange genug.


Wissen sammeln ist leichter als umsetzen

Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich sehr gut darin bin, mich vorzubereiten.

Ich lese viel. Ich höre Podcasts. Ich schaue Videos. YouTube ist mein Freund. Ich informiere mich. Ich lerne dazu. Ich fülle mein Wissen auf. Ich weiß mittlerweile so viel dass ich wieder das Gefühl habe dass ich zu wenig weiß.

Das fühlt sich produktiv an. Das fühlt sich sinnvoll an. Das fühlt sich nach einem Plan an, nach Fortschritt.

Aber es ist kein Fortschritt.

Es ist Vorbereitung ohne Umsetzung.

Ich sage mir oft: Ich muss erst noch verstehen, wie es richtig geht. Oder: Ich brauche noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen. Oder: Wenn ich das besser verstehe, dann mache ich es auch konsequent.

In Wahrheit ist das oft nur ein Umweg. Es ist leichter als Trainieren. Und das ist das Problem. In Wahrheit warte ich auf dem Superplan, der aus mir die beste Version von mir rausqutschen soll. Ich liebe Pläne.

Ein typischer Abend sieht dann so aus: Ich sitze am Sofa, schaue noch ein Video, lese noch einen Artikel – und sage mir, dass ich morgen wirklich starte. 


Lernen macht mehr Spaß als machen

Ein Grund ist ziemlich banal: Lernen macht mehr Spaß als Training.

Ein Video schauen ist leichter als Gewichte heben, ein Artikel lesen angenehmer als rauszugehen, wenn es kalt ist, und Scrollen ist bequemer als schwitzen.

Und ja, ich glaube, Dopamin spielt da eine große Rolle.

TikTok, YouTube und Instagram liefern kleine, schnelle Belohnungen – immer wieder, ohne Aufwand. Ich bin sogar schon so weit, dass ich TikTok auf 15 Minuten pro Tag begrenze. Leider kenne ich das Passwort.

Training ist das Gegenteil: langsam, anstrengend und oft langweilig. Die Belohnung kommt spät, manchmal sehr spät.

Mein Kopf mag schnelle Dopaminspitzen, auch wenn sich Langeweile dabei nur noch langweiliger anfühlt. Mein Körper würde eigentlich etwas ganz anderes brauchen.


Ich mache oft lieber etwas anderes

Der ehrlichste Grund ist aber dieser:

Ich mache es nicht, weil ich oft lieber etwas anderes mache.

Ich habe Hobbys, die mir Zeit stehlen. Videospiele zum Beispiel. Da gehen Stunden drauf, ohne dass ich es merke. Sie fordern mich, machen Spaß und sind bequemer als Training.

Dann gibt es dieses andere „Hobby“: Arbeiten. Das frisst noch mehr Zeit. Und Energie gleich mit.

Am Ende des Tages bleibt dann wenig übrig. Und das Wenige will ich nicht auch noch für etwas verwenden, das anstrengend ist. Ich habe gemerkt, wie schnell Motivation verschwinden kann, wenn der Alltag übernimmt.


Wissen fühlt sich wie Fortschritt an

Das Gemeine ist: Wissen fühlt sich gut an.

Wenn ich etwas Neues lerne, habe ich das Gefühl, ich tue etwas für mich. Ich bilde mich weiter. Ich entwickle mich.

Umsetzen fühlt sich dagegen oft nach Rückschritt an. Weil man merkt, wie schlecht man eigentlich ist. Wie langsam der Fortschritt ist. Wie viel Geduld das braucht.

Wissen schützt vor dieser Frustration.


Das ist keine Ausrede – nur eine Beobachtung

Ich schreibe das nicht, um mich rauszureden. Ich schreibe das, weil mir klar geworden ist:

Ich weiß nicht zu wenig. Ich setze zu wenig um.

Und ein Teil davon liegt daran, dass mein Kopf lieber beschäftigt ist als mein Körper. Dass ich lieber denke als mache. Dass ich lieber konsumiere als handle.


Mein persönliches Fazit

Das ist meine Realität.

Andere Menschen ticken vielleicht anders. Manche brauchen Wissen, um ins Tun zu kommen. Bei mir ist es oft umgekehrt.

Je mehr ich weiß, desto besser kann ich erklären, warum ich heute nichts mache.

Das ist keine Regel. Keine Methode. Keine Wahrheit für alle.

Das ist nur meine persönliche Erfahrung.

Wie ist das bei dir – weißt du oft genau, was zu tun wäre, und machst es trotzdem nicht?

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