Disziplin

Warum Disziplin nichts mit Motivation zu tun hat

23. Dezember 2025
Von Sorin-Mihai Sas
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Ich wusste oft genau, was ich tun muss. Und habe es trotzdem nicht gemacht. Oder ich habe zu früh aufgegeben. Manches habe ich durchgezogen. Anderes wieder nicht.

Das ist mir zuerst im Sport aufgefallen. Beim Laufen. Beim Trainieren. Dort, wo alles eigentlich einfach sein sollte: Schuhe anziehen, rausgehen, machen. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es gar nicht nur um Sport geht. Sondern um etwas anderes.

Ich dachte mir fehlt Motivation.
Heute glaube ich: Da muss es etwas anders gegeben haben, das ist zu einfach.


Ich war motiviert. Und habe trotzdem aufgehört.

Ich habe in meinem Leben vieles ausprobiert. Wahrscheinlich zu viele. Und ja, manchmal war ich richtig motiviert.

Ein Beispiel: Programmieren. Ich habe HTML, CSS und JavaScript auf Udemy gelernt. Ich habe die Kurse brav gemacht. Täglich. Eine Lektion nach der andere.
Ich bin drangeblieben.

HTML und CSS kann ich heute ziemlich gut.

Dann kam JavaScript. Am Anfang hat es Spaß gemacht. Es war einfach. Dann wurde es wurde es immer komplizierter. Unübersichtlicher. Zu viel auf einmal. Ich verstand vieles nicht mehr. Ich bin nicht mehr mitgekommen.

Und irgendwann habe ich aufgehört.

Nicht, weil ich faul war.
Nicht, weil ich dumm bin.
Nicht, weil ich keine Motivation mehr hatte.

Sondern weil die Motivation nicht mehr gereicht hat.


Ist Motivation weg, wenn es schwer wird?

Diese Frage habe ich mir oft gestellt. Ist Motivation nur da, solange etwas leicht ist? Solange man Fortschritte sieht? Solange man sich gut fühlt?

Und verschwindet sie, wenn Dinge länger dauern, komplizierter werden, oder keinen schnellen Erfolg bringen? 

Bei mir war das oft so. Viel zu oft. Beim Laufen, beim Fitnessclub gehen. 
Wenn ich meine Tagebücher von vor zehn Jahren lese, muss ich fast weinen. Ich hatte die gleichen Probleme wie heute. Ich habe so viel gelernt und so wenig umgesetzt.


Warum andere Dinge trotzdem laufen

Andere Bereiche in meinem Leben funktionieren anders.

Ich gehe seit über 30 Jahren arbeiten.

Nicht jeden Tag motiviert.
Nicht jeden Tag begeistert.
Manchmal sogar widerwillig.

Aber ich gehe.

Nicht wegen Motivation.
Sondern wegen Verantwortung.

Weil ich muss. Wegen Konsequenzen. Weil ich eine Familie habe. Kinder die in die Schule müssen. Die Wohnung und das tägliche Essen bezahlen muß. 

Niemand fragt mich dort, ob ich Lust habe. Und genau deshalb gehe ich trotzdem.


Laufen: Motivation oder Entscheidung?

Ich bin ein Jahr lang jeden Tag gelaufen.
Ohne Pause. Wirklich immer. Es war egal ob es regnet, ob es schneit. Ich bin sogar an einem Tag gelaufen wo es gehagelt hat und die Straßen überflutet waren, von so viel Wasser. Was war da los? Wieso habe ich das gemacht? War ich wirklich so motiviert? Denke nicht!

Das war nicht jeden Tag Motivation. Das war eine Entscheidung, die ich einmal getroffen habe und dann nicht mehr nachgedacht habe. Ich habe es mir einfach gemacht.

Bis zu dem Tag, an dem ich krank wurde. Ich hatte Fieber, Gliederschmerzen. Das ganze Paket, den man hat, wenn man Grippe hat.

Danach habe ich mich nicht wieder „motiviert“. Die Motivation war im A***.

Nicht, weil ich nicht wollte.
Sondern, weil etwas anderes weg war. Die Gewohnheit. Das Nachdenken war wieder da. 

Der Streak war gebrochen. Und Motivation allein war plötzlich zu schwach.


Was mir das gezeigt hat

Motivation hilft vielleicht beim Start ein bisschen. Wenn es kompliziert wird ist sie zu nichts mehr zu gebrauchen.

Ich kann mich nicht einfach motivieren. Entweder ich mache es oder ich mache es nicht. Da hilft auch keine Playlist auf Spotify, kein „Eye of the Tiger“ oder was weiß ich womit sich manche Menschen motivieren.


Disziplin ist nicht hart. Sie ist ruhig.

Disziplin ist für mich wichtiger wie Motivation. Jeden Tag das richtige zu tun, hat etwas. Einfach machen, ohne nachzudenken. 

Es ist eine Entscheidung, die nicht jeden Tag neu verhandelt wird. Wenn die Disziplin da ist,
frage ich nicht nach Motivation.


Warum das ab 40 wichtiger wird

Ab 40 wird Motivation nicht stärker.

Der Alltag wird voller. Die Energie knapper. Die Verantwortung größer.

Wer dann glaubt, er müsse sich nur „mehr motivieren“, macht es sich unnötig schwer.

Was ab 40 funktioniert,
sind einfache Entscheidungen, so einfach wie nur möglich und realistische Erwartungen an sich selbst. Und dann „TUN“.


Mein Fazit

Motivation ist ein Gefühl. Disziplin ist eine Haltung. Gefühle kommen und gehen.
Haltungen bleiben.

Ich habe gelernt:
Ich muss nicht motivierter werden.

Ich muss nur aufhören, jeden Tag von neuen Entscheidungen zu treffen, die ich eigentlich schon getroffen habe. Dabeibleiben ist alles.

Das ist meine persönliche Erfahrung. So funktioniert es für mich. Andere Menschen sehen das vielleicht anders – und das ist völlig okay.

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