Disziplin

Disziplin ist keine Stärke – es ist eine Entscheidung 

17. Februar 2026
Von Sorin-Mihai Sas
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Wasser in der Au.

Ich kenne diese Leute. Die schauen dich an, essen eine Banane, laufen 30 Kilometer und wirken dabei, als wäre das alles komplett normal. Man denkt: „Der ist einfach diszipliniert.“

Ich sag dir was: Ich bin nicht so. Ich bin nicht „von Natur aus stark“. Ich bin eher der Typ: ganz oder gar nicht. Wenn ich etwas nicht perfekt mache, mache ich’s lieber gar nicht. Das ist eine böse Falle.

Und genau deshalb funktioniert bei mir Disziplin nur dann, wenn ich sie irgendwo festnagel. Aufgeschrieben in einem Notizheft. In einer App. Öffentlich gemacht auf Facebook. Irgendwas, das mich später daran erinnert, dass ich groß geredet habe.


Beispiel heute: Faschingsdienstag, Krapfen – und mein Plan

Bei der Arbeit gab’s Krapfen. Wunderbare, große Krapfen. Und ich hab mir am Morgen noch gedacht: „Heute zieh ich’s knallhart durch.“ Kein Essen bis nach der Arbeit.

Weil meine Abnehmen-Challenge gerade nicht mehr so gut läuft, hab ich beschlossen: Nur einmal am Tag essen. Zumindest bis ich mein Ziel erreicht habe.

Ich hab’s auch fast geschafft. Fast.

Bis kurz vorm Heimfahren. Dann hab ich einen Krapfen genommen.

Und genau da kommt die wichtigste Wahrheit: Disziplin ist nicht „nie schwach sein“. Disziplin ist: trotzdem wieder auf Kurs gehen.


Meine Standard-Ausrede: „Wenn nicht perfekt, dann gar nicht“

Das ist mein Klassiker. Der Satz sitzt wie ein Virus im Kopf. Im Training. In der Arbeit. Privat.

Das Problem: Dieser Satz macht aus kleinen Fehlern sofort große Ausreden. Du verpasst ein Training → „Kette ist eh gerissen.“ Du isst einmal blöd → „Jetzt ist’s auch schon wurscht.“

Und so passiert’s bei mir: Aus einem freien Tag werden schnell drei. Aus „heute nicht“ wird „diese Woche nicht“.

Ich beneide Leute, die „ab und zu“ können. Beim Rauchen. Beim Bier. Beim Training. Ich konnte das nie. Bei mir war immer: entweder oder.


Die harte Stelle: Meine Kette ist gerissen. Nach 34 Tagen.

Ich schreib das absichtlich so hin. Weil’s genau das ist, was passiert.

Vorgestern war ich mit meiner Frau den halben Tag im Outlet in Parndorf. Bis spät am Abend. Für´s Training hatte ich keine Zeit mehr. Das war auch so geplant. Und: nicht mal die 100 Liegestütze habe ich gemacht. Ich habe sie einfach vergessen.

Das ist der Moment, wo dein Kopf sagt: „Siehst du? Bringt eh nix.“

Und genau da entscheidet sich Disziplin. Nicht bei den perfekten Tagen. Sondern bei den peinlichen.


Warum ich manchmal nicht trainiere

Meistens ist es nicht „Zeit“. Meistens ist es Bequemlichkeit.

Ich setz mich hin. Oder ich lieg im Bett. TikTok. YouTube. Draußen ist kalt. Und dann ist es vorbei.

Wenn ich vorher auch noch zu viel gegessen habe, ist es doppelt vorbei. Dann fühlt sich schon das Schuhe anziehen an wie ein Projekt.


Disziplin ist kein Talent. Es ist ein System.

Ich benutze bewusst nicht das Wort „Struktur“. Das klingt wie PowerPoint.

Ich meine etwas Einfacheres: Regeln. Ablauf. Ziel.

Weil ich mich kenne. Und weil ich weiß, dass mein Kopf gerne diskutiert.

Meine wichtigste Regel ist nicht „immer perfekt“. Meine wichtigste Regel ist: nicht komplett abreißen.
Es geht nicht immer, aber immer öfter.


Mein Mini-Protokoll (für Tage, wo der Kopf aussteigt)

1) Wenn ich ein Training auslasse: → 100 Liegestütze.

2) Wenn ich zwei Tage hintereinander skippe: → am zweiten Tag 150 Liegestütze.

3) Wenn gar nix geht: → 10–20 Minuten Mobility. Irgendwas.

Nicht besonders viel. Aber das ist genau der Punkt: Ich bleibe im Spiel.


Was ich einem sagen würde, der „Montag starte ich“ sagt

Starte sofort. Es gibt kein Morgen.

Das ist wie dieses Gasthaus mit dem Schild: „Morgen gibt’s gratis Bier.“

Rate mal, wann „morgen“ kommt.


Wenn du das kennst: Willkommen im Club.

Vielleicht bist du auch so. Ganz oder gar nicht. Perfekt oder null.

Dann brauchst du nicht mehr Motivation. Du brauchst ein Geländer. Ein paar Regeln. Einen Ablauf, der dich trägt, wenn du selber gerade Knock-out bist.

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FAQ

Was meinst du mit „Geländer“?

Ein paar einfache Regeln, die dich durch schlechte Tage tragen. Nicht Motivation, nicht Perfektion.

Was, wenn ich wirklich gar keine Zeit habe?

Dann mach Minimum. 10 Minuten gehen. Mobility. Liegestütze. Irgendwas, das die Kette nicht abreißen lässt.

Ist es schlimm, wenn die Kette einmal reißt?

Nein. Schlimm ist nur, wenn du daraus eine Woche machst. Reparieren. Am nächsten Tag wieder rein.

Warum funktioniert „öffentlich machen“ so gut?

Weil du dich selber an dein Wort erinnerst. Und weil’s weh tut, wenn du dich rausredest.

Frage an dich

Was ist deine Standard-Ausrede? Der Satz, der dich jedes Mal raushaut.

Schreib ihn dir auf. Und dann schreib direkt darunter deine Gegen-Regel.


PS.

Disziplin ist nicht, wenn’s leicht ist. Disziplin ist, wenn du keinen Bock hast – und trotzdem eine Sache machst.

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