Training

Fit sein ab 40: Warum es schwerer wird (und warum das gut ist)

6. Januar 2026
Von Sorin-Mihai Sas
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Alte Laufschuhe

Fit sein wird ab 40 nicht leichter

Fit sein wird ab 40 nicht leichter. Und ehrlich gesagt habe ich irgendwann aufgehört, mir einzureden, dass es das sollte. Viele glauben, man müsste nur den richtigen Trainingsplan finden oder wieder motivierter sein, dann fühlt sich alles an wie früher. Meine Erfahrung ist eine andere.

Training geht nämlich immer mit der eigenen Leistung mit. Wenn früher langsames Laufen schwer war, dann ist es heute auch noch schwer, nur dass dieses „langsam“ heute einfach schneller ist als früher. Beim Krafttraining ist es genau gleich. Es wird nie leichter, weil die Gewichte mitwachsen. Man wird stärker, ja, aber die Anstrengung bleibt. Wer glaubt, Training müsste sich irgendwann locker anfühlen, hat entweder nie richtig trainiert oder verdrängt etwas. Es braucht heute mehr Disziplin als früher.


Der größte Unterschied ist die Regeneration

Was sich mit 40 und spätestens mit 50 massiv verändert, ist die Regeneration. Das ist für mich der größte Unterschied zu früher.

Früher habe ich mir über Schlaf kaum Gedanken gemacht. Wenn ich schlecht geschlafen habe, bin ich trotzdem trainieren gegangen. Am Wochenende wurde durchgefeiert und am nächsten Tag ging es trotzdem irgendwie. Heute ist das anders. Wenn ich nicht gut oder nicht genug schlafe, bin ich erledigt. Nicht ein bisschen müde, sondern richtig leer.

Die Jugend war schon der Hit. Früher habe ich ein ganzes Wochenende durchgefeiert, heute schaffe ich manchmal nicht einmal mehr einen ganzen Film am Abend, ohne einzuschlafen. Das ist keine Beschwerde, das ist einfach Realität.


Verletzungen werden mit dem Alter schneller teuer

Ein weiterer Punkt sind Verletzungen. Ein junger Mensch hat einfach geschmeidigere Muskeln und Sehnen. Das merkt man spätestens dann, wenn etwas schiefgeht.

Ich habe einmal bei einem Hindernislauf einen Freund gesehen, damals schon über 60. Er ist etwa drei Meter runtergesprungen, hat sich mit den Händen abgestützt und sich dabei beide Handgelenke gebrochen. Nicht, weil er unfit war, sondern weil der Körper nicht mehr so verzeiht wie früher. Je älter man wird, desto teurer werden Fehler.

Deshalb passe ich heute mehr auf. Nicht aus Angst, sondern aus Erfahrung.


Dinge, die früher funktioniert haben, funktionieren heute nicht mehr

Früher habe ich Dinge gemacht, die heute einfach nicht mehr funktionieren. Schlaf vernachlässigen zum Beispiel. Oder nach drei, vier Bier noch laufen gehen. Das Bier hat im Bauch geschwappt, angenehm war es nicht, aber ich bin trotzdem gelaufen.

Heute mache ich das nicht mehr. Zum Glück. Und wenn ich Kommentare von anderen Läufern lese, merke ich, dass ich da nicht allein war. Viele haben das so gemacht. Und viele zahlen später dafür.


Vorsicht ist kein Rückschritt

Ich merke den Unterschied heute auch bei scheinbar harmlosen Dingen. Beim Berggehen zum Beispiel. Ich bin kein richtiger Berggeher, aber beim Runtergehen passe ich heute viel mehr auf. Ein falscher Schritt kann schnell eine Verletzung bedeuten, und darauf habe ich keine Lust.

Ich hebe auch keine 100 Kilo mehr, wenn ich weiß, dass ich sie nicht sauber stemmen kann. Keine unüberlegten Risiken mehr. Kein Ego.


Warum es gut ist, dass es schwerer wird

So komisch es klingt: Es ist gut, dass es schwerer wird. Denn leicht würde Stillstand bedeuten.

Wenn alles einfach wäre, gäbe es keinen Grund, etwas zu verändern. Älter werden zwingt einen dazu, bewusster zu werden, vorsichtiger, ehrlicher. Nicht schwächer, sondern reifer. Man trainiert nicht mehr für Zahlen oder für das Gefühl, unverwundbar zu sein, sondern für den Alltag, für Gesundheit und dafür, dass man sich noch lange gut bewegen kann.


Der Vergleich mit den Jungen

Manchmal gehe ich mit meiner Frau und unserem 18-jährigen Sohn laufen. Bei ihm schaut alles leicht aus. Große, ruhige Schritte, er kommt nicht aus dem Atem. Wenn meine Frau ihn fragt, wie das geht, sagt er nur: „Mama, ich bin 18. Ich bin nicht so alt wie du.“

Und er hat recht. Zeit hinterlässt Spuren, bei uns allen. Aber ich bin froh, dass es einen Weg gibt, dem entgegenzuwirken, auch wenn dieser Weg heute anders aussieht als früher.


Was ich gelernt habe

Fit sein ab 40 ist schwerer.

Aber nicht schlechter.

Es ist ehrlicher. Ruhiger. Nachhaltiger.

Und genau deshalb mache ich heute vieles anders als früher.

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